Neben dem Format, der Opazität (Lichtundurchlässigkeit) und dem Weißegrad bildet die Grammatur das wichtigste Qualitätsmerkmal von Papier. Mit ihr lässt sich das Gewicht von Papier und damit auch seine Stärke, Festigkeit und Stabilität bestimmen. Doch welche Grammaturen gibt es bei Papier überhaupt? Wie entsteht die Grammatur und wie wird sie gemessen? Und welche Grammatur eignet sich eigentlich für welche Anwendung?
Wie entsteht die Grammatur von Papier?
Grundlage der Papierherstellung ist ein Faserbrei aus Zellstofffasern. Je dicker dieser auf einer Fläche zu Papier gepresst wird, desto höher ist auch die Grammatur des Papierbogens. Zudem können dem Faserbrei sogenannte Füllstoffe wie Kaolin (Erhöhung Opazität und Stärke), Kreide oder Gips (Erhöhung Weißegrad und Stärke) beigegeben werden. Dabei kann ein Papier bis zu 30 % Füllstoffe enthalten. Die Grammatur erhöht oder verringert sich außerdem durch die Nachbearbeitung des Papiers. Neben dem Streichen mit Streichfarbe (gestrichenes Papier) gehört dazu zum Beispiel auch die Satinierung. Je nach Produktions-/Verdelungsart kann die Grammatur eines Papiers daher innerhalb der angegebenen Grammatur auch um 5 bis 10 % nach oben oder unten abweichen.
Welche Grammatur (Papierstärke) für was?
Je höher die Grammatur, desto fester ist das Papier und desto schwerer lässt es sich knicken. Aus dieser Faustregel lassen sich bereits die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der unterschiedlich starken Papiere ableiten: So werden beispielsweise Feinpapiere gerne für Verpackungen oder als Hygienepapiere verwendet, Dünnpapiere eignen sich hingegen aufgrund ihres geringen Gewichts hervorragend für den Druck umfangreicher Unterlagen, da diese somit günstiger per Post versendet werden können. Starkpapiere sind hingegen aufgrund ihrer Stabilität prädestiniert für den Druck von Postern, Speisekarten oder Tischaufstellern. In unserer Übersichtstabelle Papier-Grammaturen zeigen wir Ihnen weitere spezifische Verwendungsmöglichkeiten für Papiere mit bestimmten Grammaturen auf.
Welche Grammaturen gibt es? Übersichtstabelle Papier-Grammaturen
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Grammatur |
Papiersorte |
Anwendungsmöglichkeiten |
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Bis 25 g/m2 |
Feinpapier |
Seidenpapier, Hygienepapier, Transparentpapier |
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25 – 60 g/m2 |
Dünnpapier |
Umfangreiche Bücher (Bibel, Gesangbücher, Gesetzbücher) |
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60 – 80 g/m2 |
Werkdruckpapier |
Bücher (Sachbücher, Belletristik), Lieferscheine, Zeitungspapier, Mailings |
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80 – 100 g/m2 |
Standard-Büropapier (Drucker-/Offsetpapier) |
Tägliche Office-Anwendungen (Interne/Externe Kommunikation, Fotokopien, Faxausdrucke, Rechnungen, etc.) |
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110 – 120 g/m2 |
Premium Druckerpapier |
Repräsentative Kundenkommunikation (Anschreiben, geschäftliche Dokumente, Briefpapier, Verträge, Broschüren) |
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130 – 170 g/m2 |
Starkpapier |
Werbemedien (Flyer, Broschüren, Magazine, Poster), Urkunden |
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170 – 200 g/m2 |
Leichtkarton |
Außenseiten von Broschüren/Magazinen, doppelseitig bedruckte Flyer, Premium-Plakate |
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200 – 250 g/m2 |
Karton |
Postkarten, Umschläge von Premium-Broschüren/Magazinen, Speisekarten |
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300 – 400 g/m2 |
Starkkarton |
Premium-Visitenkarten, Tischaufsteller, Bilderdruck |